News - Detailansicht
18.05.2018

Gewährleistung

Gesamt-/Teilabnahme

Gewährleistung

Das Oberlandesgericht (OLG) Brandenburg hat im Oktober eine Entscheidung
zum Gewährleistungsrecht getroffen. Im entschiedenen Fall wurden im
Rahmen der Abnahme Mängel festgestellt und dokumentiert.
Eine Abnahme wurde trotzdem erklärt, wobei umstritten war, ob es sich um
eine Gesamtabnahme oder nur um eine Teilabnahme der mangelfreien
Teile handelte. Da der Auftragnehmer nach Aufforderung die Mängel nicht beseitigte, beauftragte der Auftraggeber eine Drittfirma mit der Mangelbeseitigung im Rahmen der sogenannten Ersatzvornahme. Bei der Frage nach der Abrechnung stellte das OLG fest, dass mit der Vergabe an eine andere Firma auf jeden Fall die Abnahme als durchgeführt zählt und die Frage, ob eine Gesamt- oder Teilabnahme vorlag, nicht mehr relevant ist.
Denn weil dem Auftragnehmer eine Fertigstellung des Werkes durch die
Ersatzvornahme nicht mehr möglich ist, kann er seinen Werklohn einfordern –
davon wird aber das abgezogen, was an Kosten für die Beseitigung der
Mängel durch den Dritten anfällt. Der Auftraggeber hat die Drittfirma außerdem noch weitere Mängel beheben lassen, ohne dies vorher dem Auftragnehmer mitzuteilen. Hier bleibt er aber auf den Kosten sitzen, denn grundsätzlich muss
erstmal bei jedem Mangel einer Werkleistung der Auftragnehmer aufgefordert werden, diesen Mangel zu beheben.

Sie möchten Mitglied werden? Schreiben Sie uns: info(at)handwerk-rhein-erft.de oder rufen Sie uns an: (0 22 34) 5 22 22